Lohnt sich die Sondertilgung?

Die Raten für ein Darlehen setzen sich aus einem Zins- und einem Tilgungssatz zusammen. Je nach Art des Kredites kann sich die Zusammensetzung – bei trotzdem gleichbleibender Rate – im Laufe der Zeit entweder verändern oder dauerhaft identisch sein.

Besonders bei der Baufinanzierung ist es sowohl für die Laufzeit als auch für die daraus resultierenden Zinskosten entscheidend, wie schnell der Kredit getilgt wird. Hier ist die sogenannte anfängliche Tilgung relevant.

Ein Darlehen von z.B. 100.000€ bei einem Zinssatz von 1,78% wird während der Laufzeit von 10 Jahren bei einer anfänglichen Tilgung von 1% nur zu etwa 11.000€ abgezahlt während die Zinskosten in der gleichen Zeit ca. 16.500€ betragen. Erhöht man die anfängliche Tilgung auf 3%, sind nach 10 Jahren bereits 32.600€ abgezahlt bei Zinskosten von lediglich 14.200€.

Um von der aktuellen Niedrigzinsphase optimal zu profitieren, bietet es sich also an, die anfängliche Tilgung entsprechend hoch anzusetzen. Experten empfehlen mindestens 3%. Optimalerweise übersteigt der Tilgungssatz dann sogar den Zinssatz der Bank.

Noch mehr Geld kann man einsparen, wenn man einen Vertrag mit einem Recht auf Sondertilgung abschließt. Mittlerweile erlauben die meisten Anbieter eine kostenlose Sondertilgung von 5% pro Jahr; unter Umständen sind sogar 10% kostenlos drin.

Bei der Sondertilgung sollte man jedoch darauf achten, dass tatsächlich keine Zinsaufschläge erhoben werden. Denn so ist man gezwungen, auch wirklich von der Option Gebrauch zu machen, um keine zusätzlichen Kosten in Kauf zu nehmen.

Ist die Sondertilgung jedoch kostenlos und das entsprechende Angebot nicht teurer als ein Angebot ohne Sondertilgung sollte man sich auf jeden Fall für die Option entscheiden. Denn bei einer möglichen vorzeitigen Vertragsauflösung wirkt sich eine Sondertilgungsoption positiv auf die Höhe der Vorfälligkeitsentschädigung aus.

Anfängliche Tilgung

Bei einem Annuitätendarlehen setzt sich der Zinssatz aus dem Zins der Bank und dem Tilgungssatz zusammen. Im Laufe der Zeit erhöht sich der Tilgungsanteil zugunsten der Zinslast – die Raten bleiben gleich.

Je nach Höhe der anfänglichen Tilgung berechnet sich die Laufzeit des gesamten Darlehens und dementsprechend auch die aufzubringenden Zinskosten. Je höher die Tilgung desto günstiger wird das Darlehen.

Bis vor einigen Jahren – als die Zinsen insgesamt deutlich höher waren – wurden viele Baufinanzierungen mit lediglich 1% anfänglicher Tilgung abgeschlossen, um die Raten bezahlbar zu halten. Allerdings wird die Restschuld dadurch kaum verringert; im Grunde zahlt der Kunde mehr an die Bank als für die Begleichung seiner Schulden.

Experten empfehlen einen Tilgungssatz von mindestens 3%; aufgrund der aktuellen Niedrigzinsphase ist das auch durchaus bezahlbar. Bei entsprechender Bonität übersteigt die Tilgung im besten Falle sogar den Zinssatz.

Vor Abschluss der Baufinanzierung oder im Rahmen der Anschlussfinanzierung sollte man also überprüfen, wie viel Tilgung man sich leisten kann. Je höher desto besser. Zusätzlich macht es häufig Sinn, einen Vertrag inkl. kostenloser Sondertilgung zu wählen.

Sondertilgung oder höhere Rate?

Mithilfe von Sondertilgungen kann man seine Darlehenslaufzeit beträchtlich verkürzen. Mittlerweile bieten eine Vielzahl der Banken und Finanzdienstleister kostenlose Sondertilgungen in Höhe von 5 Prozent an.

Wer über einen entsprechenden Vertrag verfügt, sollte die Option also unbedingt nutzen, um die Zinskosten gering zu halten. Darüber hinaus empfiehlt es sich jedoch, bereits zu Vertragsbeginn die anfängliche Tilgung so hoch wie möglich zu wählen – denn während der Laufzeit kann man den Satz nicht erhöhen!

Darüber hinaus macht es auch im Rahmen der Anschlussfinanzierung Sinn, über die aktuelle Finanzsituation nachzudenken. Möglicherweise kann man es sich aufgrund niedriger Zinsen leisten, den Tilgungssatz zu erhöhen.

Auf die Frage hin, ob man lieber zur Sondertilgung oder zu höheren Raten greifen sollte, lautet die Antwort: Beides! Je höher die Tilgung desto kürzer die Laufzeit und desto geringer die Zinskosten. Während der Vertragslaufzeit lässt sich der Tilgungssatz nicht ändern. Hier kann man Sondertilgungen einsetzen, wenn doch noch Geld übrigbleiben sollte.

Alternative zum Sparen

Mittlerweile ist in den meisten Baufinanzierungen eine kostenlose Sondertilgungs-Option integriert. Für gewöhnlich kann man einmal im Jahr 5% (teilweise 10%) der Darlehenssumme sondertilgen.

Nun stellt sich die Frage, ob man vorhandenes Kapital lieber anlegen sollte oder für die Sondertilgung einsetzt. Eine generelle Antwort gibt es darauf zwar nicht, für gewöhnlich macht die Sondertilgung jedoch mehr Sinn.

Denn zumindest die Zinsen von konservativen Sparprodukten liegen meist deutlich unter der Zinsersparnis bei der Baufinanzierung durch Sondertilgungen. Bevor man überschüssiges Kapital zu niedrigen Zinsen anlegt, sollte man also unbedingt die Restschuld so schnell wie möglich verringern.

Gesetzliche Regelungen

Eine Sondertilgungs-Option gehört mittlerweile fast zum Standard. Das gilt besonders bei der Baufinanzierung, setzt sich auch immer mehr beim Privat- oder Autokredit durch.

Eine gesetzliche Verankerung von Sondertilgungen sucht man jedoch vergeblich. Für die Rückzahlungsmodalitäten gilt das, was im Darlehensvertrag steht. Die Möglichkeit zur Sondertilgung ist also vielmehr als freiwilliger Service der Bank zu sehen.

Das Einklagen der Sondertilgung ist entsprechend nicht möglich. Es gibt ebenso keine rechtliche Grundlage, verpasste Sondertilgungen nachträglich nachzuholen. Allerdings muss eine vorhandene Sondertilgungs-Option bei einer etwaigen Vorfälligkeitsentschädigung gegengerechnet werden.

Sondertilgung im Vergleich zur normalen Tilgung

Sondertilgung verkürzt die Laufzeit eines Darlehens deutlich!

Die Grafik zeigt einen Tilgungsverlauf eines Darlehens in Höhe von 100.000€ bei einem Sollzins von 2% und einer anfänglichen Tilgung von 5%. Die Raten bleiben in beiden Varianten über den gesamten Zeitraum bei 583,33€ monatlich.

Die hellblaue Kurve zeigt den Verlauf, wenn Kreditnehmer im Laufe der Darlehensdauer insgesamt 5-mal von der Sondertilgungsoption Gebrauch machen. Dadurch verringert sich die Laufzeit um über 4 Jahre.

Gleichzeitig verringern sich die zu leistenden Zinskosten über die gesamte Laufzeit bei der Nutzung der Sondertilgung um knapp 6.000€.

Wer die Sondertilgungs-Option optimal ausnutzt, kann damit sogar die festgeschriebene Vertragslaufzeit unterbieten. Das erlauben allerdings nicht alle Banken.

Prinzipiell sollte man sich vor Vertragsabschluss genau über die Vertragsdetails zur Sondertilgung informieren. Hier gibt es teilweise große Unterschiede bei den einzelnen Modalitäten.

 

Gebühren für die Sondertilgung

Der Tilgungssatz eines Darlehens entscheidet darüber, wie hoch die Kosten eines Darlehens ausfallen. In der aktuellen Niedrigzinsphase wählen jedoch trotzdem nach wie vor viele Kreditnehmer geringe Tilgungssätze, um sich eine Baufinanzierung leisten zu können.

Noch vor einigen Jahren, als die Zinsen noch 3- bis 4-mal so hoch lagen, war es üblich, eine geringe anfängliche Tilgung von 1- bis 2-Prozent zu wählen, um die monatlichen Raten im Rahmen zu halten. Mittlerweile macht es jedoch kaum noch Sinn, die Tilgung entsprechend gering zu halten. Gerade in Zeiten von niedrigen Zinsen sollte man sich so schnell wie möglich um die Verringerung der Restschuld machen, um bei einer möglichen Zinserhöhung den Großteil bereits abgezahlt zu haben.

Für die Berechnung des passenden Tilgungssatzes kann man auf verschiedene Hilfsmittel aus dem Internet zurückgreifen. Am einfachsten funktioniert das mit den Tilgungsrechnern der verschiedenen Finanzdienstleister. Optional kann man sich die Tilgung für das eigene Darlehen auch selbst durchrechnen. Bevor man sich jedoch auf der Suche nach der passenden Formel verstrickt, kann man auch hier auf entsprechende Excel-Vorlagen zurückgreifen.

Sowohl bei den meisten Online-Rechnern als auch für die Excel-Vorlagen steht die Möglichkeit bereit, Sondertilgungen mit einzuplanen. Dabei sollte man seine Baufinanzierung jedoch nicht einzig und allein auf die Sondertilgung aufbauen – unter Umständen sind entsprechende finanzielle Reserven in der Zukunft doch nicht verfügbar.

Kosten für Tilgung & Sondertilgung

Die meist monatlich zu entrichtenden Raten für ein Darlehen setzen sich aus Zins- und Tilgungskosten zusammen. Darüber hinaus bieten einige Banken die Option zur Sondertilgung. Allerdings muss man hier auf versteckte Kosten achten!

Mittlerweile bieten die meisten Banken kostenlose Sondertilgungen an. Meist darf man bis zu 5% der Darlehenssumme einmal jährlich zusätzlich begleichen. Hier sollte man jedoch genau prüfen, ob nicht unter Umständen doch Zinsaufschläge erhoben werden. Bereits ein Aufschlag von z.B. 0,25% lassen die Kosten für das Darlehen um einen dreistelligen Betrag jährlich steigen – dann sollte man also prüfen, ob sich die Sondertilgung im Einzelfall überhaupt lohnt.

Insgesamt sollte man bedenken, dass man sich häufig mehr vornimmt als man letztendlich leisten kann. Wer also z.B. das Weihnachtsgeld fest für die Sondertilgung einplant, darf nicht vergessen, dass immer unvorhergesehene Ereignisse eintreten können.

Von einer kostenpflichtigen Sondertilgung wird entsprechend meist abgeraten. Einige Anbieter ermöglichen durch einen entsprechenden Aufpreis z.B. Sondertilgungen von 10%. Das lohnt sich jedoch nur für die allerwenigsten Kreditnehmer. Alternativ sollte man sich die Zinsaufschläge lieber sparen und eine höhere anfängliche Tilgung wählen.

Tilgungsrechner

Für die Berechnung des optimalen Tilgungsplanes eignen sich zum Beispiel die Tilgungsrechner der verschiedenen Finanzdienstleister aus dem Internet. Entsprechende Online-Rechner gibt es zum Beispiel von den Kreditvermittlern Interhyp und Dr. Klein.

Die jeweiligen Tilgungsrechner sind dabei für gewöhnlich allesamt ähnlich aufgebaut. Der Rechner von Dr. Klein beruht auf dem Tilgungsrechner der FMH-Finanzberatung. Hier müssen neben der Darlehenshöhe, der Laufzeit und der Sollzinshöhe die anfängliche Tilgung eingetragen werden. Zusätzlich lassen sich Sondertilgungen einplanen.

Als Ergebnis bekommt man eine Übersicht der Kosten inkl. Aufschlüsselung der zu leistenden Raten mit jeweiligem Zins- und Tilgungsanteil. Im Anschluss kann man verschiedene Optionen durchrechnen. Auch für den Zinssatz der Anschlussfinanzierung darf ein beliebiger Wert gewählt werden. Hier sollte allerdings nicht allzu optimistisch kalkuliert werden – in Zukunft werden die Zinsen vermutlich etwas höher ausfallen.

Formel

Allgemeine Formel für ein Annuitätendarlehen

Für die Berechnung eines Annuitätendarlehens – etwa im Rahmen einer Baufinanzierung – kann man auch selbst zum Taschenrechner greifen. Die Suche nach der passenden Formel ist jedoch in der Realität höchstens für Mathematiker interessant.

Denn: Für den Vergleich der aktuellen Angebote bzw. für die Erstellung des individuell besten Tilgungsplanes sind entsprechende Online-Vergleichsrechner deutlich besser geeignet. Wer trotzdem Wert darauf legt, selbst nachzurechnen, sollte sich den Wikipedia-Artikel ansehen. Hier sind die verschiedenen Optionen inkl. passender Umstellungen aufgelistet.

Excel-Tabelle

Wer auf die Tilgungsrechner aus dem Internet verzichten möchte, kann die Aufstellung eines Tilgungsplanes z.B. mit dem Microsoft Office Programm „Excel“ durchführen. Hier gibt es wiederum mehrere Vorlagen aus dem Internet.

Ein entsprechendes Angebot findet man zum Beispiel hier. Für die Auflistung muss man zunächst den Darlehensbetrag, den Zinssatz, Laufzeit sowie den Auszahlungstermin des Darlehens eintragen. Optional kann man eine monatliche Sondertilgung einplanen.

Die ausgegebene Tabelle orientiert sich dabei an der angegebenen Laufzeit. Hier wird dann berechnet, wie hoch die monatliche Annuität und Tilgung bei der entsprechenden Darlehensdauer liegen müsste, um den Darlehensbetrag vollständig zu begleichen.

Grafisches Beispiel für ein Annuitätendarlehen

Zins- und Tilgungssatz im Verlauf der Baufinanzierung

Ein Annuitätendarlehen zeichnet sich durch gleichbleibende Raten aus. Zum Beispiel bei der Baufinanzierung verändert sich innerhalb der Raten jedoch das Verhältnis von Zins- und Tilgungssatz.

Je mehr vom Darlehen getilgt wurde, desto weniger Zinsen fallen an, da die Restschuld entsprechend kleiner geworden ist.

Um die Zinskosten insgesamt gering zu halten, empfiehlt es sich, die anfängliche Tilgung so hoch wie möglich anzusetzen. Besonders in der aktuellen Niedrigzinsphase bleiben die Raten selbst bei über 3% Tilgung durchaus bezahlbar.

Bei welchen Krediten ist die Sondertilgung möglich?

Tilgung & Sondertilgung sind insbesondere bei der Baufinanzierung relevant. Allerdings ist auch bei anderen Krediten – etwa beim Autokauf oder gewöhnlichen Privatkrediten – eine Sondertilgungsoption durchaus interessant.

Bei der Baufinanzierung geht es meist um 6-stellige Summen. Deswegen hat sowohl die Höhe der anfänglichen Tilgung als auch die Sondertilgung eine große Bedeutung. Wer zum Beispiel regelmäßig sondertilgt, kann sowohl die Laufzeit des Darlehens als auch die Kosten mehr als halbieren.

Große Unterschiede gibt es zudem bei Darlehen der staatlichen KfW-Bank. Je nach Programm ist eine Sondertilgung teilweise oder sogar der gesamten Ausstände kostenlos möglich. Bei anderen Programmen können hingegen Vorfälligkeitsentschädigungen anfallen.

Auch bei kleineren Ratenkrediten für den Konsum oder die Autofinanzierung gibt es mittlerweile zahlreiche Anbieter, die kostenlose Sondertilgungen ermöglichen. Besonders bei kleineren Summen ist dabei häufig eine vollständige Tilgung der Ausstände jederzeit möglich.

Baufinanzierung

Bei der Baufinanzierung handelt es sich in der Regel um Annuitätendarlehen. Über die Kosten entscheiden letztendlich die Bauzinsen, sowie die Geschwindigkeit, mit der der Kreditnehmer das Darlehen tilgt.

Dabei macht es einen großen Unterschied, ob die anfängliche Tilgung auf 3% oder lediglich 1% vereinbart wurde. Unter Umständen zahlt man mit der monatlichen Rate mehr Geld an die Bank als für die Tilgung der Restschuld.

Während der aktuellen Niedrigzinsphase sollte man den Tilgungssatz so hoch wie möglich wählen, um die Laufzeit und letztendlich die Gesamtkosten so gering wie möglich zu halten. Experten empfehlen eine anfängliche Tilgung von mindestens 3%.

Besonders bei der Sondertilgung gibt es hohes Sparpotenzial. Häufig ist die Sondertilgung von jährlich 5% kostenlos möglich. Einige Banken ermöglichen sogar 10% pro Jahr – allerdings sollte man darauf achten, dass für die Sondertilgung keine Zinsaufschläge erhoben werden.

Wer regelmäßig vom Sonderkündigungsrecht Gebrauch macht, kann das Darlehen um viele Jahre verkürzen. Unter Umständen macht es dabei sogar Sinn, kurze Zinsbindungsfristen zu vereinbaren und auch diese Ersparnisse in die Sondertilgung zu investieren. Etwaigen Zinserhöhungen kann man dann mit geringer Restschuld entspannt entgegensehen.

KfW

Die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau vergibt günstige Kredite an deutsche Privatpersonen und Unternehmen. Besonders beliebt sind dabei die Programme für energieeffizientes Bauen und selbstgenutztes Wohneigentum.

Allerdings muss man als potenzieller Kreditnehmer bei der KfW darauf gefasst sein, dass man kaum Einfluss bei der Konditionsgestaltung hat. Das gilt sowohl für die Darlehenshöhe, die maximale Laufzeit als auch für die Sondertilgung.

So ist die Option bei einigen Programmen vorhanden und jederzeit kostenlos möglich. Unter Umständen kommen jedoch Vorfälligkeitsentschädigungen auf den Nutzer zu. Das ist zum Beispiel beim Programm „Erneuerbare Energien“ der Fall. Das Gleiche gilt für das Programm „selbstgenutztes Wohneigentum“.

Autokredit

Auch bei der Kfz-Finanzierung gibt es große Unterschiede bei der Tilgung. So ist zwar der Tilgungsanteil im Verlauf des Darlehens stets gleich hoch, für die Sondertilgung gibt es jedoch verschiedene Vereinbarungen.

Prinzipiell kann man zwischen Darlehen Unterscheiden, die kostenlose Sondertilgung ermöglichen, solchen die darüber hinaus die Gesamttilgung erlauben und denen, die keinerlei Sondertilgungsmöglichkeiten bieten.

Dabei sind häufig kaum Zinsunterschiede festzustellen. Wer also davon ausgeht, den Autokredit ab und an sonderzutilgen oder mit einem größeren Geldeingang rechnet, kann durchaus auf entsprechende Angebote zurückgreifen.

Privatkredit

Privatkredite oder Ratenkredite zu Konsumzwecken sind über die gesamte Laufzeit hinweg konstant. Allerdings gibt es auch hier die Möglichkeit, die Laufzeit und die Kosten mithilfe von Sondertilgungen zu begrenzen.

Analog zum zweckgebundenem Ratenkredit (z.B. für die Autofinanzierung) besteht die Option, auf einen Privatkredit mit kostenloser Sondertilgung zurückgreifen. Einige Banken erlauben darüber hinaus sogar die vollständige Ablösung des Darlehens, ohne Zusatzkosten zu erheben.

Was gibt es bei der Sondertilgung zu beachten?

Bei der Tilgung und Sondertilgung von Darlehen gibt es einige Besonderheiten zu beachten. Dabei sollte man sich zunächst darüber bewusst sein, dass man als Kreditnehmer keinen Rechtsanspruch auf die Sondertilgung hat.

Das bedeutet zum Beispiel, dass man die Sondertilgung – sollte man diese einmal verpasst haben – nicht nachholen kann. Häufig gibt es für die außerplanmäßige Tilgung des Darlehens strenge Regeln. So ist der frühestmögliche Zeitpunkt z.B. festgelegt. Zudem kann die Summe häufig nicht geteilt werden.

Wer hofft, dass der Betrag für die Sondertilgung steuerlich geltend gemacht werden kann, muss an dieser Stelle leider enttäuscht werden. Zahlungen für privatgenutzte Darlehen sind nicht von der Steuer absetzbar. Lediglich gewerbliche Immobilien können teilweise angerechnet werden.

Trotzdem ist eine verankerte Sondertilgungs-Option immer sinnvoll. Das gilt zum Beispiel auch bei einer vorzeitigen Kündigung. Bei der Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigungen muss zwingend die Sondertilgung berücksichtigt werden – das senkt die Zahlungen an die Bank.

Sondertilgung steuerlich absetzbar?

Die meisten Darlehen haben heutzutage die Möglichkeit zur kostenlosen Sondertilgung vertraglich vereinbart. Wer regelmäßig sondertilgt, kann seine Laufzeit und damit seine Zinslast deutlich senken.

Allerdings kann man Tilgungen bei der Baufinanzierung oder auch von Privatkrediten nicht bei der Steuer absetzen. Das gilt bei Darlehen auch für die Sondertilgung. Hier können nur Beträge abgesetzt werden, die für gewerbliche Zwecke eingesetzt werden.

Sondertilgung nachholen?

Sondertilgungen sind zum Beispiel bei der Baufinanzierung jährlich bis zu 5% der Darlehenssumme kostenlos möglich. Allerdings gibt es für die Sondertilgung verschiedene Modelle, mit denen sich der Kreditnehmer vorher auseinandersetzen sollte.

So ist die Zahlung von 5 oder 10 Prozent meist einmal jährlich möglich. Einige Anbieter erlauben die Aufteilung der Sonderzahlungen z.B. in 3 einzelne Zahlungen oder erlauben eine monatliche Sondertilgung.

Das nachträgliche Leisten der Sondertilgung ist jedoch ausgeschlossen. Wer also im Vorjahr nicht sondergetilgt hat, kann den Betrag im darauffolgenden Jahr nicht nachholen. Die Möglichkeit, z.B. 5% zusätzlich zu zahlen, verfällt also automatisch mit Ablauf des Vertragsjahres.

Gesamttilgung von Darlehen

Mittlerweile ist eine Sondertilgungs-Vereinbarung in Höhe von 5% Standard. Unter Umständen erlauben einige Banken darüber hinaus sogar eine jährliche Zusatzzahlung von bis zu 10%.

Allerdings sind die meisten Angebote mit Sondertilgungen über 5% mit Zinsaufschlägen verbunden – hier sollte man genau durchrechnen, ob sich das lohnt. Häufig nimmt man sich mehr vor als man letztendlich leisten kann.

Eine vollständige Tilgung des Darlehens ist im Grunde jederzeit möglich. Hier werden jedoch Vorfälligkeitsentschädigungen fällig. Eine kostenlose Option zur vorzeitigen Tilgung gibt es bei der Baufinanzierung nicht. Eine Gesamttilgung ist jedoch bei einigen Privatkrediten durchaus möglich!

Der Vorfälligkeitsentschädigung entgehen

Mithilfe von Sondertilgungen kann man die Tilgung des Darlehens beschleunigen und Kosten sparen. Darüber hinaus macht eine vertraglich verankerte Sondertilgung unter Umständen auch dann Sinn, wenn man gar nicht vorhat, sie auch wirklich zu nutzen.

Denn im Falle einer vorzeitigen Vertragsauflösung – zum Beispiel im Rahmen der Umschuldung – verringert die Sondertilgung die Höhe der Vorfälligkeitsentschädigungen. Bei der Berechnung muss dann einberechnet werden, dass der Nutzer von seiner Sondertilgungsoption Gebrauch machen könnte.

Lohnt sich die Sondertilgung? JA! Jeder, der während der Finanzierung über zusätzliche finanzielle Reserven verfügt, sollte diese in die Sondertilgung investieren, um das Darlehen so schnell wie möglich abzuzahlen.

Das spart sowohl Zeit als auch Geld. Wer für die Sondertilgung regelmäßig seine Ersparnisse oder das Urlaubsgeld investiert, macht auf keinen Fall einen Fehler.

Denn die Zinsen für ein Darlehen übersteigen in der Regel die Zinserträge bei einer Anlage des überschüssigen Geldes. Wer sich jedoch sicher ist, mit einer entsprechenden Anlagestrategie mehr Geld zu verdienen, sollte entsprechend lieber nicht sondertilgen.

Insgesamt macht die Sondertilgung meist nur Sinn, wenn die Option kostenlos verfügbar ist. Werden für die Sondertilgung feste Zinsaufschläge berechnet, sollte man sich lieber nach einem Angebot der Konkurrenz umsehen.

Auch bei der Sondertilgung lohnt sich der Vergleich der verschiedenen Banken. Einige Anbieter erlauben sogar kostenlose Sondertilgungen von 10% jährlich oder die Leistung mehrere Sonderzahlungen über das Jahr verteilt.

Übrigens: Auch wenn man nicht von der Sondertilgungsoption Gebrauch machen möchte, lohnt sich eine entsprechende Klausel im Vertrag. Denn bei einer etwaigen vorzeitigen Vertragsauflösung muss die Möglichkeit zur Sondertilgung bei der Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigungen einbezogen werden!